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Ein Abend mit Zsuzsa Bánk

Familie, Kinder, Liebe, Alltag, Krankheit, Gesundheit und Freundschaft sind nur einige Dinge, welche am gestrigen Abend während der Lesung von Zsuzsa Bánk in der Buchhandlung Hugendubel zum nachdenken angeregt haben. Die freie Schriftstellerin aus Frankfurt stellte uns von blachura | photography und den ca. 50 weiteren Gästen ihren neuen Roman „Schlafen werden wir später“ vor. Gut eine Stunde konnten wir der erfolgreichen und preisgekrönten Schriftstellerin zuhören, wie sie in einem sympathischen, ruhigen Ton aus ihrem modernen Briefroman mit erstaunlichem Sprachniveau vorgetragen hat.

Wir lernten Johanna und Mártha kennen. Zwei Freundinnen. Beide 42 Jahre alt. Beide schreiben einander Briefe, Postkarten, telefonieren miteinander und besuchen sich gegenseitig. Allerdings sind es die regelmäßigen Emails, welche ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Gedanken zu ordnen, der anderen tiefe Gefühle fassbar zu machen, an Vergessenes zu erinnern, Ungesagtes zu äußern und zu kurz gekommenes zu komplettieren. Johanna ist Lehrerin, wohnt im Schwarzwald. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Freund getrennt und eine schwere Krankheit überstanden. Des Weiteren arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit über die Schriftstellerin Annette von Droste- Hülshoff. Mártha ist Autorin und hat bisher zwei Lyrikbände veröffentlicht. Sie ist dreifache Mutter und lebt mit ihrem Mann und den Kindern in Frankfurt. Durch die besondere Schreibweise dieses Romans und die seit Kindertagen bestehende, enge, grenzenlose und ehrliche Freundschaft von Johanna und Martha, entwickelt sich als Zuhörer schnell ein intimer Einblick in den Alltag, die Gedankenwelt, die Offenheit und Emotionalität der beiden Protagonistinnen. Ein Roman über Freundschaft und die Frage: „Was fangen wir noch an mit diesem Leben, jetzt, nachdem wir die halbe Strecke schon gegangen sind?“

Bei der statt gefundenen Fragerunde am Ende des gemütlichen Abends, wurden auch leicht kritische Stimmen laut. So äußerte eine Leserin aus dem Publikum, dass sie die beiden Protagonistinnen als sehr unemanzipiert empfindet. Zsuzsa Bánk allerdings erklärte sympatisch, aber bestimmt, dass sie die beiden Frauen sehr wohl als emanzipierte, bodenständige und starke Persönlichkeiten betiteln würde. Es war interessant zu sehen, dass sich das Publikum offensichtlich schon vorab intensiv mit dem vorgestellten Buch beschäftigt hatte. Die gestellten Fragen waren weit tiefgründiger, als wie wir es bei unserem letzten Besuch erlebt haben. Was allerdings auch auf die vorgestellte Materie, sowie die Zielgruppe dieses Buches zurückzuführen ist.

Auch Zsuzsa Bánk signierte ausdauernd alle mitgebrachten, oder vor Ort gekauften Werke, machte Fotos mit ihren Lesern und beantwortete noch persönlich gestellte Fragen, bevor der Abend sich gegen 22:00 Uhr dem Ende zuneigte.

Wir freuen uns auf den nächsten Abend in der Buchhandlung Hugendubel und hoffen weiterhin Euer Interesse geweckt zu haben.

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