blachura | photography

Mit geschlossenen Augen ins Weltraumabenteuer

Heute möchten wir, von blachura | photography, Euch an unserem sehr behaglichen Abend mit Kai Meyer teilhaben lassen. Ein sehr sympathischer, humorvoller und erfolgreicher Mensch und wir hoffen, dass wir ihm mit diesem Artikel gerecht werden können.

Wir ersparen euch den klassischen Lebenslaufbericht, da Ihr diesen bei Interesse auf der Internetseite von Herrn Meyer (www.kai-meyer.de) finden könnt und möchten uns lieber auf unsere Erfahrungen des Abends und die dort gesammelten Informationen konzentrieren. Wenn wir ein Buch lesen und es für gut empfinden ist es uns in diesem Moment ja auch nicht wichtig wo der Schriftsteller wohnt, wie lange er schon Bücher schreibt oder wie viele Preise er schon gewonnen hat. Auch Kai Meyer selbst macht bei diesem Thema einen sehr bescheidenen Eindruck. Nach eigener Aussage stehen seine Auszeichnungen im Schrank und sind ihm gar nicht so wichtig. Dieser Mann schreibt aus Spaß an der Freude und das merkt man ihm auch an.

Die Neugierde trieb uns zu dem  Genre „Fantasy“, welches  für uns völlig  neu war. Wir wollten uns auf eine neue Erfahrung einlassen, und es uns nicht nehmen lassen uns auf eine Reise mit der Gottkaiserin, Iniza und der heimlichen Lieblingsfigur von Kai Meyer, Shara Bitterstern zu begeben.

Mit uns zusammen begaben sich weitere 40-50 Zuhörer auf diese Reise. Es war schön, schon vor Beginn der Veranstaltung in die neugierigen, gespannten und aufgeregten Gesichter zu sehen. Voller Vorfreude wurden die mitgebrachten Werke des Schriftstellers in den Händen gehalten, die Buchstaben des Covers mit den Fingern nachgezeichnet oder die wunderbaren Illustrationen von Jens Maria Weber, welche auf den ersten Seiten von „Die Krone der Sterne“ zu finden sind, betrachtet.

Diese Illustrationen wurden im Laufe des Abends auch noch voller Stolz von Meyer thematisiert.

Er sei schon immer ein großer Fan der frühen Hobbit-Presse-Bücher aus den Siebziger und Achtziger Jahren gewesen, in denen Titelei und Impressum über fünf bis zehn illustrierte Doppelseiten verteilt wurden. Schon bei seinem vorherigen Buch „Die Seiten der Welt“ spielte Kai Meyer mit diesem Gedanken, konnte sein Lektorat und Marketing allerdings nicht von dieser Idee überzeugen. Dieses Mal lief es anders ab, erzählte er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Diesmal habe er einen Karton mit alten Hobbit-Presse-Bänden zusammen gepackt, diesen bei einer Besprechung präsentiert und somit schnell alle Augen zum Leuchten gebracht. Wir finden es wichtig zu erwähnen, dass der Illustrator Jens Maria Weber von Kai Meyer persönlich ausgewählt wurde und auch dieser offensichtlich viel Freude an seiner Arbeit zu diesem Buch hatte. Trotz dessen, dass „Die Krone der Sterne“ schon in zweiter Auflage erscheint, gibt es immer Weitere Arbeiten des Künstlers aus dem Ruhrgebiet, welche wir auf der Facebookseite von Meyer bewundern dürfen.

Wir finden, dass die Illustrationen dieses Buches, das Werk bereits von Anfang an zu etwas ganz besonderem machen und Neugierde erwecken.

Nach einer kurzen, aber informativen Vorstellung von Frau Fischer von der Buchhandlung Hugendubel, meldete sich der Gast des Abends zu Wort. Es war sofort eine entspannte und wohlige Stimmung. Kein Flüstern, Kein Tuscheln. Jeder einzelne Besucher dieser Lesung war voll und ganz auf Herrn Meyer konzentriert. Und auch wir hörten gebannt und interessiert zu.

Schon sehr schnell erfuhren wir, dass das schreiben dieses Buches die Erfüllung eines Herzenswunsches war.

Der achtundvierzigjährige Schriftsteller wollte diese Art von Weltraumabenteuer schon seit vielen Jahren schreiben und bei dem Verlag „Fischer Tor“ passte sie ideal ins Programm.

Kai Meyer hat eine sehr angenehme Art und Weise sein Werk vorzutragen. Wir hatten das Vergnügen, nach einer kurzen Einleitung seinerseits, das erste Kapitel vorgelesen zu bekommen und schon da wuchs das Interesse auf mehr. Es folgte ein weiters Kapitel und spätestens jetzt waren wir von der Geschichte gefesselt. Wir wollen Shara Bitterstern und alle weiteren spannende Charaktere besser kennenlernen. In den Gesichtern der weiteren Zuhörer erkannten wir die Faszination und Begeisterung. Dieses zeigten sie durch geschlossene Augen, eine angespannte Körperhaltung und nervöse Gesten.

Kai Meyer wollte in diesem Buch das Gefühl einfangen welches er als Kind hatte, wenn er in seinem Kinderzimmer mit Lego Weltraumschlachten nachgespielt hat. Ohne Wissenschaft und ohne Military SF. Dieses ist ihm unserer Meinung nach gut gelungen. Bei ihm steigen die Charaktere in ihre Schiffe, fliegen los und schießen was das Zeug hält. Aus diesem Grund haben sie auch keine Zeit für Sex. (Diese Erläuterung bezieht sich auf eine Frage, welche Herrn Meyer bei einer vorherigen Lesung gestellt wurde.)Wir persönlichen finden seine Art auf diese Frage zu antworten sehr sympathisch.

Nach der Vorstellung seines Buches durften alle Anwesenden Fragen stellen und ihren Wissensdurst stillen. Nach kurzen Startschwierigkeiten, keiner will der Erste sein, wurden jede Menge Fragen gestellt und viele interessante Themen angesprochen. Herr Meyer beantwortete jede dieser Fragen ausgiebig und mit viel Geduld.

Wir können Euch an dieser Stelle leider nur einen Teil der gesammelten Informationen und Erfahrungen wiedergeben, da es sonst deutlich den Rahmen sprengen würde. Vielleicht macht es Euch ja auch neugierig den angesehenen Schriftsteller bei einer seiner weitern Lesungen persönlich kennenzulernen. Allerdings wird es wohl ein Weilchen dauern, bis wir ihn wieder in Hannover begrüßen dürfen.

Herr Meyer macht einen sehr durchkonzeptionierten, disziplinierten und zielstrebigen Eindruck.

Alle seine Bücher sind bis ins Detail durchgeplant, bevor die erste Seite geschrieben wird. Jede Szene und jeder Charakter. Es hat uns sehr beeindruckt dass die Erarbeitung des Exposés im Endeffekt genau so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie das schreiben des eigentlichen Werkes.Das Exposé bildet das Grundgerüst seines schriftstellerischen Schaffens und dient als Hilfestellung. Jeder von uns kennt Tage der Antriebslosigkeit und  auch das kann bei einem leidenschaftlichen Vollzeit Schriftsteller ab und an mal vorkommen. Das besagte Exposé inspiriert und motiviert dazu stetig weiter zuschreiben und das Werk zu beenden. Das Arbeitspensum von Kai Meyer umfasst rund zehn Seiten pro Tag, daneben diskutiert und überarbeitet er Coverentwürfe und Rückseitentexte, korrigiert Manuskripte seiner Hörspieladaptionen oder beantwortet Emails und Telefonate. In den letzten zwanzig Jahren sind um die 50 Romane von ihm erschienen. Teil Zwei und Drei von „Die Krone der Sterne“ sind in Planung bzw. in Arbeit. Im Gespräch wird deutlich dass ihm auch in Zukunft die Ideen glücklicherweise nicht ausgehen werden.

Dieser Mann hat Lust aufs Schreiben. Er inszeniert die Gedanken seiner erschaffenen Figuren und lässt die Geschichte lebendig werden. Er schreibt seine Geschichten aus Leidenschaft und hofft dann, dass sich die diese auf die Leser überträgt und sich seine Werke verkaufen lassen.

Durchaus erwähnenswert ist, dass die Recherchearbeit von Kai Meyer sehr tiefgründig ist. Dies wird deutlich, in dem er sich im Vorfeld des Schreibens eingehend mit entsprechender Thematik wie zum Beispiel Vergewaltigung beschäftigt. Er interviewt  betroffene Personen, setzt sich mit Fachliteratur auseinander und erweist somit den Betroffenen und seinen Lesern großen Respekt. Sein Fokus liegt auf der Brisanz der Themen und nicht auf der Kundtuung bestimmter Botschaften.

Herr Meyer beantwortete die zahlreichen und vielseitigen Fragen sehr geduldig.

Im Anschluss daran signierte er unermüdlich jede Menge an mitgebrachten oder auch vor Ort gekauften Büchern. Auffallen war, dass seine Werke teilweise stapelweise aus den Taschen gezogen und voller Stolz nach der Signierung wieder entgegengenommen wurden.

An dieser Stelle durften wir noch einmal erleben, wie durchdacht die Illustrationen von Kai Meyer und Jens Maria Weber erarbeitet sind und wie sehr sie ihnen am Herzen liegen. Dies zeigt sich dadurch, dass Kai Meyer eine junge Dame auf seine charmante Art und Weise daraufhin wies, dass er ihr Buch gerne auf einer Seite weiter vorne signieren würde, da die gewünschte Seite zu viele Bildelemente enthalte. Sie blieb allerdings stur und strahlte im Nachhinein über beide Ohren.

Noch glücklicher waren so manche, meist weibliche Gäste, über das Angebot am Ende des abends ein gemeinsames Foto mit dem attraktiven Schriftsteller ergattern zu können.

 

Unser Fazit des abends ist, dass wir sehr froh sind, an dieser Veranstaltung teilgenommen zu haben. Wir haben einen tollen Eindruck von diesem Menschen und seiner Arbeit bekommen und werden uns in Zukunft definitiv weiterhin mit seinen Werken, egal ob Jugend- oder Erwachsenenliteratur beschäftigen.

Wir hoffen Euer Interesse an Kai Meyer, seinen Geschichten und / oder einer anderen Lesung bei der Buchhandlung Hugendubel geweckt zu haben. Unsererseits könnt Ihr in Zukunft auf jeden Fall mit weiteren Berichten über verschiedensten Lesungen rechnen.

Und was gibt es schöneres als mit einem guten Buch in der Sonne zu sitzen und das Leben zu genießen?

Leave A Comment